Effektives Zeitmanagement für Studierende

Effektives Zeitmanagement ist kein starres Konzept. Es beinhaltet, Dich mit verschiedenen Methoden auseinanderzusetzen, um herauszufinden, wie Du Deine Produktivität steigern kannst. In diesem Beitrag wollen wir Dir Tipps und Tricks für gute Zeitplanung mitgeben


Zeit ist eine kostbare Ressource – besonders im Studium, wo man oft das Gefühl hat, dass sie nie reicht. In unserer schnelllebigen Welt versuchen wir ständig, Zeit zu sparen: sei es im Studium, im Beruf oder im privaten Alltag. Doch wenn wir uns zu sehr darauf konzentrieren, aus jeder Minute das Maximum herauszuholen, ist Stress vorprogrammiert. Zeit wird oft nur quantitativ betrachtet, als etwas, das es zu sparen, zu beschleunigen, zu nutzen, zu kontrollieren und zu pausieren gilt. Diese einseitige Sichtweise kann jedoch zu einer negativen Einstellung gegenüber der Zeit führen, die häufig als “Zeitproblem” bezeichnet wird (Hatzelmann — Held, 2010).

Zeitmanagement und Zeitqualität

Viele Methoden des Zeitmanagements sind sinnvoll und hilfreich. Es ist jedoch wichtig, nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Zeit zu berücksichtigen. Das bedeutet, Ruhezeiten und Zeit in der Natur bewusst einzuplanen. Der so genannte “Tutzinger Ansatz” betont beispielsweise die Bedeutung von Zeitkompetenz und bietet einen positiven Zugang zum Umgang mit Zeit. Eine verbesserte Zeitkompetenz kann die Leistungsfähigkeit, die Motivation und das Wohlbefinden steigern – Faktoren, von denen insbesondere Studierende mit hoher Arbeitsbelastung profitieren.

Planung als Schlüssel zum Erfolg

Eine gute und strukturierte (Semester-/Studien-)Planung wird von vielen Studierenden oft unterschätzt. Dies liegt häufig an der Angst, zu starre Zeitpläne einhalten zu müssen, an denen sie in der Vergangenheit möglicherweise gescheitert sind (Püschel, 2010). Pläne, insbesondere Zeitpläne, dienen jedoch der Orientierung. Sie sollen helfen, Deinen Erfolg zu sichern – getreu dem Motto: „Du bestimmst den Plan, nicht der Plan Dich“.

Wie Du genau planen kannst , sollte individuell an Deine eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Es gibt zahlreiche Zeitmanagementmethoden wie das Pareto-Prinzip, das Eisenhower-Modell oder die ALPEN-Methode (Held, 2010). Wichtig ist, dass Du Dein Zeitmanagement an Deine persönlichen Ressourcen anpasst und Dich nicht in ein starres, vorgefertigtes Modell zwängst. Probiere verschiedene Methoden aus und finde heraus, welche für Dich am besten funktioniert. Die Zeit, die Du in diese Selbstfindung investierst, ist gut angelegt – ein gutes Zeitmanagement wird Dir ein Leben lang nützlich sein.

Nutze Deine Zeit effektiv

Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie Du Deine Zeit derzeit nutzt und wie lange bestimmte Aufgaben dauern, ist es sinnvoll, zunächst ein Zeittagebuch zu führen. Notiere über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen, was Du wann gemacht hast und welche Ergebnisse Du dabei erzielt hast. Aus der Auswertung dieser Daten kannst Du viel über Dein persönliches Zeitmanagement lernen und mögliche „Zeitfresser“ identifizieren, die Du in Zukunft vermeiden kannst.

Arbeitsaufwand richtig einschätzen

Wenn Du eine bestimmte Arbeitszeit planen möchtest, beantworte vorher folgende Fragen, um deinen Arbeitsaufwand besser einschätzen zu können:

  • Welches Ziel will ich erreichen?
  • Muss ich Vorbereitungen oder Absprachen treffen? Wenn ja, welche?
  • Wie gut sind meine Vorkenntnisse? (Brauche ich eventuell mehr Zeit, weil es sich um fremdsprachige Lektüre handelt?)
  • Welche Teilaufgaben sind zu erledigen?

Schätze für jeden Punkt ab, wie lange Du dafür brauchen wirst. Das ist oft schwierig, weil wir den Arbeitsaufwand oft unterschätzen (Püschel, 2010). Ein Arbeitstagebuch kann Dir helfen, Deine individuelle Arbeitszeit besser einzuschätzen und Fehleinschätzungen zu vermeiden.

Besonders wichtig ist es, genügend Zeit für geistige Arbeit einzuplanen, da diese oft länger dauert als erwartet. Wenn Du noch wenig Erfahrung mit einer Aufgabe hast, verdoppele am besten die geplante Zeit (Püschel, 2010).

Zeitrahmen festlegen und die Woche planen

Lege einen realistischen Zeitrahmen fest, der Deine Lebensgewohnheiten und Verpflichtungen berücksichtigt. Plane Zeit für Freizeit, Erholung und spontane Aktivitäten ein. Um Deine Woche effizient zu gestalten, empfiehlt es sich, jede Woche einzeln zu planen – zum Beispiel immer am Wochenende. So kannst Du besser abschätzen, wie viel Zeit Dir für Deine Aufgaben an der Universität bleibt und die nötigen Anpassungen vornehmen.

Die Pomodoro-Technik: Effektives Arbeiten in kurzen Intervallen

Eine bewährte Methode, um konzentriert und produktiv zu arbeiten, ist die Pomodoro-Technik. Dabei arbeitet man in 25-Minuten-Intervallen, den sogenannten „Pomodoros“, und legt dazwischen kurze Pausen von 5 Minuten ein. Nach vier Intervallen wird eine längere Pause eingelegt. Diese Technik hilft, die Konzentration zu steigern und Überanstrengung vorzubeugen. Für die Zeitmessung kannst Du einen speziellen Timer wie Pomofocus oder andere für Dich passende Apps oder Gadgets verwenden, damit Du nicht auf Dein Handy schauen musst und Ablenkungen vermeidest.

Effektives Zeitmanagement …

…ist also kein starres Konzept, sondern eine individuell anpassbare Strategie, die Dir hilft, Deine Ziele effizient zu erreichen, ohne die Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu verlieren. Mit der richtigen Planung und Methoden wie der Pomodoro-Technik kannst Du Deine Produktivität steigern und gleichzeitig Stress abbauen. Probiere verschiedene Methoden aus und finde heraus, welche am besten zu Deinem Lebensstil passt. Eine gute Zeitplanung ist nicht nur im Studium, sondern auch im späteren Berufsleben von unschätzbarem Wert.

Brauchst Du Hilfe beim Zeitmanagement oder bei der Erstellung eines Studienverlaufs- oder Stundenplans? Dann wende Dich an die Studien- und Prüfungsberatung der Philosophischen Fakultät, dort helfen Dir die Beraterinnen gern weiter!


Literaturtipps

E. Hatzelmann — M. Held, Vom Zeitmanagement zur Zeitkompetenz. Das Übungsbuch für Berater, Trainer, Lehrer und alle, die ihre Zeitqualität erhöhen möchten (Weinheim, Basel 2010).

E. Püschel, Selbstmanagement und Zeitplanung (Paderborn, Stuttgart 2010).

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